Fasser-Lexikon

Brillant - Diamant - Unterschied

Durch den Brillantschliff vom Diamant zum Brillant

Der Diamant ist entweder das Ausgangsprodukt, das durch den Brillantschliff veredelt zum Brillant wird oder es handelt sich um einen Diamant mit einem sogenannten Fantasieschliff.

Häufig findet die Falschschreibung "Brilliant" Verwendung, dies ist aus dem Englischen abgeleitet. Das korrekte deutsche Wort Brillant stammt aus dem französischen - brillant "glänzend".

Um einen Diamant in einen Brillant zu verwandeln, muss der Edelsteinschleifer zahlreiche Kriterien wie Schliffausführung und Proportionen der einzelnen Facetten beachten. Nur dann erzielt er ein Optimum an Farbzerlegung und Brillanz. Für die Entfaltung des Feuers ist der Brillantschliff verantwortlich, der 1910 aus dem bis zu diesem Zeitpunkt gebräuchlichen Altschiff hervorging und sich kontinuierlich weiter entwickelte. Im Jahr 1938 etablierte sich der von Eppler und Klüppelberg entwickelte Feinschliff in der Praxis. Dieser Schliff basiert auf einer Vielzahl an Proportionsmessungen und dient in Deutschland als Grundlage der Graduierung.

Der Brillantschliff im Detail

Für den modernen Brillantschliff setzt der Steinschleifer mindestens 32 Facetten entlang der kreisrunden Rundiste und der Tafel des Oberteils. Das Unterteil weist mindestens 24 Facetten auf und endet mit einer Kalette (Spitze).

Wichtig ist die genaue Einhaltung der vorgegebenen Proportionen, da nur dann eine möglichst hohe Farbzerlegung und Brillanz gewährleistet ist.

  • Tafel nimmt 56% des gesamten Steindurchmessers ein
  • Oberteil im Winkel von 33,2° und einer Höhe von 14,4% der Gesamthöhe des Diamanten
  • Kreisrunde Rundiste - Übergang zwischen Oberteil und Unterteil - beträgt maximal 1,4 bis 6,3% der Gesamthöhe
  • Unterteil im Winkel von 40,8° und einer Höhe von 43,2% der Gesamthöhe
  • Kalette (Spitze)
Diamant - Brillant - Proportionen IDC (International Diamond Council) - Feinschliff nach Eppler und Klüppelberg
Diamant - Brillant - Proportionen IDC (International Diamond Council) - Feinschliff nach Eppler und Klüppelberg

Der Diamant in seinen natürlichen Farben

Diamanten kommen in zahlreichen natürlichen Farbnuancen vor. Diese reichen vom hochfeinen Weiß+ bis zur Kategorie Getönt 4 mit zarter Gelbtönung.

Sehr selten sind "fancy colors"; Diamanten von hoher Farbsättigung in Rot, Blau oder Grün. Schätzungen gehen davon aus, dass sich unter 10.000 farblosen Diamanten ein wertvoller farbiger Stein befindet.

Künstliche Fancys zu günstigen Preisen sind die Alternative. Diamanten werden dafür starkem Druck und starker Hitze ausgesetzt, um die Farbe zu ändern. Alternativ erfolgt eine Behandlung mit dem Elektronenstrahl, um die zum Teil attraktiven Farben zu erzielen.

Graduierungssysteme - Qualitätskriterien für den Diamant

Grundsätzlich gibt es drei Graduierungssysteme

  • GIA - Gemological Institute of America
  • IDC - International Diamond Council
  • CIBJO - Confédération Internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie des Diamants

Das "Gem Trade Lab" (GTL) in Amerika geht nach dem GIA-System vor, das "Diamant Prüf-Labor" (DPL) aus Idar-Oberstein graduiert anhand des IDC-Systems, das "Deutsche Diamant Institut" (DDI) in Pforzheim graduiert mittels des CIBJO-Systems.

GIA-Skala

Die Kategorisierung der Farbbereiche erfolgt anhand der GIA-Referenzskala durch Buchstaben. "D" steht für den höchsten Weißgrad und "Z" definiert Diamanten mit einer leicht gelben Tönung. Steine der Kategorie "D" zählen zu den seltensten und dadurch wertvollsten farblosen Diamanten während "Z"-Steine häufig vorkommen und eine leichte Tönung aufweisen.

Vorgehensweise am Beispiel CIBJO

"CIBJO" steht für "Confédération Internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie des Diamants".
Mittels des CIBJO-Mustersatzes und einer standardisierten Lichtquelle, mit einer Farbtemperatur von circa 5000° bis 5500° Kelvin (D55), erfolgt die Klassifizierung des CIBJO. Ähnlich des GIA-Systems, orientieren sich die Farbbereiche an der Feinheit des Weißgrades. "Hochfeines Weiß +" steht für die höchste Qualität und entspricht im GIA-System dem Buchstaben "D". Die weiteren Abstufungen sind "Feines Weiß", "Weiß", "Leicht getöntes Weiß", "Getöntes Weiß" sowie "Getönt".

Ein weiteres Kriterium sind die Einschlüsse, auf die ein Diamant mit der Lupe unter zehnfacher Vergrößerung überprüft wird. Lupenreine Steine sind absolut frei von Einschlüssen und tragen entsprechend der CIBJO-Reinheitstabelle die Kennzeichnung LR. Bei mit freiem Auge erkennbaren Einschlüssen handelt es sich um einen Stein wenig guter Qualität der Kategorien PI bis PIII.

Der Wert eines Brillanten wird zusätzlich durch den Schliff bestimmt. Nur ein Schliff mit mindestens 56 Facetten verwandelt den Diamant in einen Brillant. Zusätzliche Qualitätsmerkmale sind eine exzellente Schliffausführung und die Umsetzung der vorgegebenen Proportionen. Denn nur dann ist eine Totalreflexion möglich, bei der die Lichtstrahlen gerade in den Stein eindringen und ohne seitliche Streuung zum Auge reflektiert werden.

Gewicht in Carat - Bedeutung von Carat beim Diamant

Das Gewicht eines Brillanten wird in Carat (0,2 Gramm) angegeben, wobei ein Unterschied zur Maßeinheit von Gold (Karat) besteht. Da ein Brillant immer die gleichen Proportionen aufweist, wird das ungefähre Gewicht über den Durchmesser anhand folgender Formel ermittelt.

Gewicht in Carat (ct) = (Durchmesser in mm)³ x 0,0037

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